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Indonesien: Nothilfe und Wiederaufbau nach Tsunami

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Das Jahr 2018 war besonders hart für Südostasiens größtes Land: Im August forderten auf der Insel Lombok mehrere Erdbeben 600 Todesopfer. Die Insel Sulawesi wurde am 28. September von einem schweren Erdbeben verwüstet. Dem Beben folgte eine Tsunamiwelle, die auf die Küstenstadt Palu prallte und alles mit sich riss, Bodenverflüssigungen sorgten für weitere Zerstörungen. Über 4.000 Menschen verloren bei der Dreifach-Katastrophe ihr Leben.

Ein weiterer Tsunami überschwemmte im Dezember 2018 die Küsten der indonesischen Inseln Java und Sumatra. Ausgelöst wurden die Flutwellen durch den Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau, der einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte. Mindestens 430 Menschen kamen ums Leben.

Auf Nothilfe folgt Wiederaufbau

Nach der Phase der akuten Nothilfe, begann Caritas international mit ihren lokalen Partnerorganisationen und den einheimischen Bewohnerinnen und Bewohnern, die unzähligen zerstörten Häuser wieder aufzubauen.

Wiederaufbau in SulawesiBeim Wiederaufbau halfen alle Dorfbewohner. Auch Subhan (Mitte) packte mit an. Foto: Bente Stachowske / Caritas international

Der neunundreißigjährige Subhan aus dem Dorf Lombonga auf Sulawesi ist über sein neues Haus sichtlich erfreut und auch stolz. Der Rollstuhlfahrer hatte beim Bau mit angepackt, so wie alle im Dorf. Unter Anleitung von Caritas-Partnerorganisationen entstanden hier in Lombonga, wie auch an vielen anderen Orten auf Sulawesi, einfache aber moderne Häuser für die Menschen, die beim Erdbeben und Tsunami ihr Zuhause verloren hatten. Ein Jahr nach der Katastrophe konnten 700 neu errichtete oder reparierte Häuser an die Bevölkerung übergeben werden, weitere 200 folgen. Der Bedarf ist jedoch größer: „Mehr als 30.000 Menschen leben noch immer in provisorischen Unterkünften“, so Oliver Müller, Leiter von Caritas international (Pressemitteilung, 27. September 2019).

Auf der indonesischen Insel Lombok, errichtete Caritas international 1.500 stabile, jedoch provisorische Unterkünfte. Diese bieten solange einen sicheren Schutz, bis die Dörfer und Häuser wieder aufgebaut sind.

Blick nach vorne

Für die Caritas-Mitarbeitenden ist die Zuversicht der Menschen sehr eindrücklich. Viele haben alles verloren, doch schon kurz nach dem Erdbeben und Tsunami richteten sie den Blick nach vorne und halfen tatkräftig mit. Trotzdem hat das Erlebte bei vielen tiefe Spuren hinterlassen. In den Dörfern und Notunterkünften setzte Caritas Trauma-Spezialisten ein, die dabei halfen, mit den Erlebnissen besser zurechtzukommen. Einer von ihnen ist der Psychologe Putu Ardika, der bei der Katastrophe selbst knapp mit dem Leben davongekommen ist. Bis heute arbeitet Ardika auf freiwilliger Basis mit traumatisierten Kindern. Allein 5.000 Kinder erhielten durch lokale Caritas-Partner eine psychologische Betreuung. Weiterhin unterstützt Caritas die Hilfe für mehr als 1.800 Patientinnen und Patienten in medizinischen Zentren und Krankenhäusern.

Schnelle Nothilfe der Caritas

Die Struktur von Caritas international mit mehreren lokalen Partnern vor Ort sowie einem eigenen Büro in der indonesischen Stadt Yogyakarta war von großem Vorteil. Bereits wenige Stunden nach den Katastrophen reisten Teams aus Ärzten, Krankenpflegern, Hebammen und Pharmazeuten ins Katastrophengebiet. Kurz darauf folgten weitere Teams, die Hilfsgüter verteilten, darunter Nahrungsmittel, Küchenutensilien und Hygieneartikel wie Windeln, Seife und Zahnpasta. Mehr als 2.700 Bedürftige konnten allein mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Ein Video unserer Partner-Organisation KUN zeigt eine Verteilungsaktionen:

Weitere Gelder werden dringend benötigt, um den Betroffenen der Katastrophen zur Seite zu stehen. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende beim Wiederaufbau!

 
Spendenkonto Caritas international

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BIC: BFSWDE33KRL

Zur Situation

Der weltweit größte Inselstaat Indonesien erstreckt sich entlang des sogenannten Pazifischen Feuerrings, einer tektonisch sehr aktiven Zone. Immer wieder kommt es entlang der Inselketten zu Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis. Das Jahr 2018 war besonders verheerend.

September 2019